1
Menu
3
4
5
6
7
8
9

 

   
Behandlungsmethoden

Moxibustion
Moxibustion ist die Behandlung von Akupunkturpunkten (Tsubos) oder auch ganzen Körperbereichen mit Wärme. Sie bildet einen wesentlichen Bestandteil der Traditionellen Fernöstlichen Medizin und Philosophie in der Behandlung von Erkrankungen mit Yin-(Kälte-)Charakter. Bei der Moxibustion werden Heilkräuter auf bzw. über Akupunkturpunkten abgebrannt. Dadurch wird über die Hitzeeinwirkung auf die Akupunkturpunkte das Meridiansystem stimuliert und die körpereigenen Energien wieder zum Fließen gebracht. Der Begriff   Moxibustion  ist von dem japanischen Wort Mogusa (latinisiert Moxa) für ? Beifuß " und lateinisch burere, was soviel wie ?brennen" bedeutet abgeleitet. Beifuß (Artemisia vulgaris L.) ist eine Heil- und Gewürzpflanze deren getrocknete, gereinigte Blätter für die Behandlung verbrannt werden. In Europa war die Moxibustion bereits im 17. Jahrhundert bekannt, die Methode geriet Ende des 18. Jahrhunderts aber wieder in Vergessenheit.

Unterschiedliche Formen der Anwendung
  • Moxazigarre: Der Arzt entzündet eine Moxazigarre (Beifußpulver in dünnes Papier gerollt) und nähert die glühende Spitze dem Akupunkturpunkt bis der Patient ein deutliches Hitzegefühl spürt. Danach entfernt er sie wieder, nähert sich und setzt diese Behandlung über einen längeren Zeitraum fort.
  • Als "indirekte Moxibustion" bezeichnet man die Moxibustion mit Beifußkegeln: Der Therapeut legt Scheiben aus Ingwer auf die Akupunkturpunkte und entzündet auf diesen kleine Kegel aus getrocknetem Beifußkraut, die langsam abbrennen. Der Kegel wird zum nächsten Akupunkturpunkt bewegt, sobald der Patient ein Hitzegefühl im Akupunkturpunkt spürt. Jeder Punkt wird solange (meist mehrfach) erhitzt, bis die Haut deutlich gerötet ist.
  • In China gibt es auch die Form der direkten Moxibustion: Hierbei lässt der Arzt den Kegel soweit abbrennen, dass es zur Verbrennung der Haut mit Brandblasen kommt.
  • Moxa-Pflaster: Bei dieser Methode werden Pflaster, die einseitig mit Heilkräutern beschichtet sind, über Akupunkturpunkte aufgeklebt. Die Heilkräuter erzeugen eine Wärmereaktion.
  • Nadel-Moxa: Hierbei wird die Hitze des verglühenden Beifußpulvers mit speziellen Nadeln direkt ins Gewebe geleitet.

Wirkung Das Moxakraut enthält unter anderem ätherische Öle (u. A.   Cineol und Thujaöl ), Cholin , Harze und Tannin . Nach der Lehre der TCM (Traditionelle chinesische Medizin) wirkt Moxa nach dem gleichen Prinzip wie die Akupunktur. Sie regt den Energiefluss an und wirkt gegen so genannte "kalte" Zustände. Eine von europäischen Ärzten aufgestellte Theorie besagt, dass die Hitze die Nervenenden in der Haut stimuliert. Dadurch werden die Hirnanhangsdrüse und die Nebennieren angeregt Hormone auszuschütten. Die Wärme wirkt außerdem durchblutungsfördernd und regt den Stoffwechsel an. Auch die Aktivierung des körpereigenen Immunsystems durch Wärmereize wird von westlichen Medizinern angenommen.

Indikationen und Kontraindikationen:
Die Hauptanwendungsgebiete der Moxibustion sind Schwächezustände nach chronischen Erkrankungen sowie Erkrankungen der Atemwege (chronische Bronchitis , Asthma ...) Moxa darf nicht im Gesicht, am Kopf oder in der Nähe von Schleimhäuten angewendet werden!   Die Moxibustion  soll außerdem nicht bei Fieber, akuten Entzündungen, während der Menstruation , in der Schwangerschaft sowie bei übermäßiger Nervosität bzw. Schlaflosigkeit   angewendet werden. Über die Moxibustion bei Bluthochdruck gibt es unterschiedliche Anschauungen. Bei unsachgemäßer Anwendung, insbesondere bei der Selbstbehandlung, besteht die Gefahr von Verbrennungen. Die Moxibustion wird traditionell nicht nur zur Heilung angewendet, sondern auch zur Vorbeugung von Krankheiten. So besagt ein chinesisches Sprichwort, dass keine weite Reise unternommen werden soll, ohne vorher das Qi , die Lebensenergie, durch Moxa angeregt zu haben.