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Behandlungsmethoden

Atemtherapie
Die Atemtherapie zählt zu den so genannten alternativen Heilverfahren. Die Grundlage dieser Therapie bildet die Annahme, dass der Atem diejenige Körperfunktion ist, die am intensivsten mit allen anderen Ebenen des Menschen verknüpft ist. Naturwissenschaftlich betrachtet ist es eine Tatsache, dass in der Formatio Reticularis (einem komplex vernetzten Zentrum in der Tiefe des Stammhirns) alle Informationen zusammen strömen, die im Körper bzw. Gehirn entstehen. Jeder kleine Reiz - egal ob von außen oder innen kommend - verändert die Art und Weise zu atmen. Mit der Arbeit am Atem kann deshalb - so die Annahme auf der die Atemtherapie basiert - auch jede Ebene des Menschen erreicht und harmonisiert werden. Folgende Überlegungen bilden die Basis aller Formen der Atemtherapie:

  • Die Atmung ist die einzige Körperfunktion, die auch willentlich gesteuert werden kann, obwohl sie ununterbrochen unwillkürlich abläuft. Zudem reagiert sie empfindlich und unmittelbar auf psychische und physische Änderungen.
  • Es bestehen mechanische und nervliche Wechselwirkungen zwischen der Atembewegung und vielen Körperorganen bzw. deren Funktionen.
  • die Atembewegung beeinflusst die Herzfunktion und den Blutkreislauf ; ( Sauerstoffversorgung , Kohlendioxidspiegel , Ionenkonzentration ) Daher beeinflusst sie in weiterer Folge den Stoffwechsel.
  • Die Atmung beeinflusst über das   Zentralnervensystem die Bewusstseinsvorgänge und damit das Empfindungs- und Gefühlsleben des Menschen.

In den letzten Jahrzehnten haben sich zahlreiche, unterschiedliche Formen der Atemtherapie entwickelt. Die meisten unterscheiden sich weniger in ihrer Zielrichtung, als in ihrer Methodik. So arbeiten einige Methoden mit dem so genannten "willentlichen Atem", andere mit dem "unbewussten Atem" und wieder andere mit dem "zugelassenen Atem".

Einige Varianten der Atemtherapie
Bitte beachten Sie dass die Praxis Komorzynski nur einen Teil der hier vorgestellten Varianten anbietet!
  • Holotropes Atmen nach Stanislav Grof : Vertieftes Atmen öffnet Blockaden und wirkt kathartisch. Dadurch werden transpersonale Erfahrungen und eine Verbindung zum "inneren Heiler" und "höheren Selbst" möglich.
  • Atemtherapie nach Herta Richter: Diese Methode basiert auf der Erfahrung, dass die Entwicklung des eigenen Atems eine Verbindung zum innersten Kern des Wesens ermöglicht.
  • Atem-, Stimm- und Sprecherziehung nach der Methode nach Schlaffhorst und Andersen : Hier wird die Atmung als Bindeglied zwischen der somatischen und der vegetativen Ebene des Klienten gesehen. Die Verbesserung von Stimme, Atmung und Bewegung werden angestrebt.
  • Atemtherapie nach Cornelis Veening : Diese Form der Atemtherapie basiert auf der Psychologie C.G. Jungs und bietet über eine leib-seelische Entwicklung einen Weg von "innen nach außen" an. "Der Mensch soll das werden, was er sein soll."
  • Die Atem- und Leibtherapie nach Graf Dürckheim: Bei dieser Form der Atemtherapie wird der Klient angeleitet, sich seinen Ängsten und Verhaltensmustern zu stellen, und auf diese Art einen Neubeginn zu ermöglichen. Der Leib wird als "beseelter Körper", (in Einheit mit der Psyche) erfahren.
  • Buteyko-Methode : Asthmatische Beschwerden werden durch bewusstes Wenigeratmen gelindert.
  • Eutonie nach Gerda Alexander: Die Eutonie (= richtige Spannung) arbeitet mit dem unbewusst verlaufenden Atem des Klienten. Es wird ein harmonischer Ausgleich zwischen Verspannungen, die gelöst werden, und Erschlaffungen, die gespannt werden, geschaffen.
  • Integratives Atmen : Der Atem wird als Weg zur Verbindung von Körper, Seele und Geist genutzt. Elemente verschiedener Schulen der Atemtherapie und Atemarbeit werden spezifisch auf die Problemlage und den inneren Entwicklungsstand des Hilfesuchenden angepasst. Auch andere psychotherapeutische Methoden werden mit der Atemerfahrung verknüpft.
  • Erfahrbarer Atem nach Ilse Middendorf: Bei dieser Technik wird mit dem so genannten "zugelassenen Atem" gearbeitet. Die Basis bildet die Erfahrung, dass zwischen "Atem, Sammlung und Empfindung" eine gegenseitige Wechselwirkung besteht und bei gleichzeitiger Balance zwischen "Hingabe und Achtsamkeit" eine bewusste Entwicklung aller Ebenen (je nach Hinwendung) des Klienten möglich gemacht wird.
  • Intuitives Atmen nach Karl Scheerer: Eine Atemmethode mit stark meditativem Charakter, die die Elemente der biografisch geprägten Psyche und des Körpers mit spirituellen und transpersonalen Bereichen verbinden soll.
  • Pranayama gehört als Bestandteil des Yoga zu den ältesten Atemtherapien.

    QuantumLightBreath : Vertieftes Atmen (Hyperventilation) öffnet Gefühls-Blockaden und wirkt kathartisch. Gleichzeitig wird Gelassenheit geübt..
Literatur
  • Michael Reimann: Mit Vokalatmen zur inneren Heilung, Schirner-Verlag, 2005, ISBN 978-3-89767-223-9
  • Hubert Krizan: Atemtherapie In: P. Buchheim, M. Cierpka, Th. Seifert (Hrsg): Lindauer Texte. Texte zur psychotherapeutischen Fort- und Weiterbildung. Springer Verlag, 1992, S. 203--216 ( PDF-Version im Netz )
  • Wilfried Ehrmann: Handbuch der Atemtherapie, Param-Verlag, Ahlerstedt 2004, ISBN 978-3-88755-050-9
  • Herta Richter: "Vom Wesen des Atems" Dr. Ludwig Reichert Verlag, Wiesbaden 2006, ISBN: 3-89500-536-3
  • Gay Hendricks: Bewusst atmen. Persönlichkeitsentwicklung durch Atemarbeit, München 1995, Knaur Verlag, ISBN 978-3-932235-69-6
  • Markus Schirner: Atem-Techniken. Zahlreiche einfache Atem-Übungen zur Selbstheilung, Verjüngung und Harmonisierung, 2007, ISBN 978-3-89767-535-3