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Behandlungsmethoden

Aderlass
Der Aderlass ist ein sehr altes Behandlungsverfahren, bei dem einer Vene unter ärztlicher Aufsicht Blut entzogen wird. Früher wurde dieses Verfahren sehr häufig angewendet, vor allem bei hohem Blutdruck, das Zur-Ader-Lassen war in nahezu allen Kulturen gebräuchlich. In Europa hat sich vor allem Hildegard von Bingen mit diesem Thema auseinander gesetzt. Ihrer Ansicht nach ist der Aderlass von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen (akute Infektionskrankheiten, Körperschwäche, Blutarmut) ein wichtiges Umstimmungsmittel zur Behandlung chronischer Erkrankungen, das oft auch in Verbindung mit einer Entgiftungs-Therapie-Serie (Schröpfen) eingesetzt wird. Der Aderlass wird von ihr   als wichtige allgemeine Behandlungsmethode angesehen, um die Selbstheilungskräfte des Menschen anzuregen, die von der "Schwarzgalle" (krankheitsauslösende Fäulnisstoffe) im Körper blockiert werden. Erst wenn die schädlichen und krankmachenden Säfte den Körper verlassen haben, kann das Freisetzen der körpereigenen Heilstoffe beginnen.

Hildegard schreibt: "Wenn bei einem Menschen die Gefäße mit Blut überfüllt sind, müssen sie durch einen Aderlass von dem schädlichen Schleim und den durch die Verdauung gelieferten Fäulnisstoffen gereinigt werden." 

Der Aderlass hilft den Körper und das Blut von seinen Giften, die besonders bei jahrelangen chronischen Krankheiten die Heilung blockieren, zu reinigen. Hildegard sah - ebenso wie viele moderne Ärzte - die große gesundheits-störende Kraft im Überhandnehmen der schlechten, sauren Säften, die durch folgende Faktoren entstehen:

o Falsche Ernährung (Übermaß an tierischem Eiweiß, Zucker, Teigwaren...)
o Bohnenkaffee, Alkohol, Nikotin, chem. Medikamente
o Umweltgifte (Luft-, Trinkwasser-, Lebensmittelverunreinigung)
o Bewegungsmangel
o chronisches Schlafdefizit
o Elektrosmog
o Stressfaktoren (Sorge, Kummer, Angst, Hetze, Ärger, Enttäuschung...)

Die Schwarzgalle (=griechisch: Melancholie) wird durch all diese Faktoren vermehrt und kann zu Zornausbrüchen, stillem Kummer oder chronischen Erkrankungen führen. Der Aderlass hilft nicht nur mit, das Blut von diesen krankmachenden Schlacken- und Fäulnisstoffen zu reinigen, sondern auch die schlechte Mischung der Säfte, die aus Stoffwechsel- und Hormonregulationsstörungen resultiert, zu beseitigen. 

Folgende Indikationen lassen sich für den Aderlaß angeben:
o Verbesserung und Entgiftung des Gesamtstoffwechsels bei Fettstoffwechselstörungen, erhöhtem Blutzucker (Diabetes) und hohem Harnsäurespiegel (Rheuma, Gicht, Arthritis).

o Hemmt Entzündungen und beseitigt Schmerzen bei akuten und chronischen Erkrankungen wie Hautentzündungen, Rheuma, Gallenblasen-, Blasen-, Eierstock-, Brust- Nieren-, und Uterusentzündungen.

o Krampflösende Wirkung bei Gefäßkrämpfen (Schaufenster-Krankheit = Raucherbein), Nervenkrämpfen, Krampfadern und Asthma bronchiale.

o Gegen Hormonregulationsstörungen: Keiner oder zu geringer Menstruation, Struma und Morbus Basedow, Klimakterium, Sterilität.
o Bluthochdruck, Gefahr von Herz- bzw. Hirnschlag. Stauungen des Pfortaderkreislaufs bei Hämorrhoiden und Krampfadern.

o Blutstillende Wirkung bei Blutungen durch Blutüberfülle: Nieren-, Haut-, Nasen-, Lungen-, Uterus-, Blasen-, Magen-Darm-, Hämorrhoidenblutungen und Blutungen im Auge. Das einfachste und auch sicherste Mittel ist nämlich nicht der Einsatz von unterdrückenden Präparaten, sondern die Beseitigung der Blutfülle durch den Aderlass.

o Bei Nervenerkrankungen wie Neurose, Schlaganfallgefahr und seinen Vorboten (Schwindel, Ohrensausen, Kopfdruck), Kopfschmerz und/oder Migräne, Schizophrenie, Epilepsie, Depression, Melancholie, Angst, Unruhe und Reizbarkeit.

o Beseitigung von Stauungszuständen durch Blutfülle der Leber oder Lunge

o Bei Herzerkrankungen wie Herzinsuffizienz und zur Verminderung der Herzinfarktgefahr durch Beseitigung der Risikofaktoren (Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck, Diabetes).

o Bei der sogenannten Vichtkrankheit (Präkanzerose= Vorstadium eine Krebserkrankung), nach allen Krebsoperationen, insbesondere bei Totaloperation zur Vermeidung von Komplikationen und Metastasen.

o Bei Schlaflosigkeit, Magen-Darm-Erkrankungen und Hauterkrankungen (Akne, Neurodermitis, Ekzem, Herpes, Psoriasis...)

o Bei Ohrenkrankheiten, Schwerhörigkeit, Meniere'schem Schwindel und Entzündungen. 

o Als allgemeines Vorbeugungsmittel Vorsicht!: Der Aderlass sollte nicht bei starker Körperschwäche und bei zu starker Blutarmut durchgeführt werden. Auch akute Infektionskrankheiten und akute Angina-Pectoris-Anfälle gelten als kontraindiziert.

Das Nüchternheitsgebot
Der Aderlass muss im nüchternen Zustand durchgeführt werden. Hildegard schreibt: "Durch Essen und Trinken vermischen sich die Säfte, so dass eine Trennung nicht mehr möglich ist. Eine Ausnahme findet nur statt, wenn ein Mensch sehr hinfällig und schwach ist. Er kann vor dem Anschneiden der Ader etwas Nahrung zu sich nehmen, damit er nicht ohnmächtig wird".

Wie funktioniert der Aderlass:
Der Schock durch den raschen Blutverlust öffnet die körpereigene Hormon-Apotheke des Patienten: Der Körper gerät in eine ähnliche Schocksituation wie nach einem Unfall, ein tiefer Reiz auf das Zwischenhirn (Hypothalamus = u. a. Regelorgan des Hormonsystems) und ganz besonders auf die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse = u. a. wichtige Schaltstelle des Hormonsystems) findet statt. Durch die kontrollierten Bedingungen in der Arztpraxis kann der Patient die mit dem Aderlass verbundenen Prozesse dazu nutzen die körpereigenen Selbstheilungskräfte zu aktivieren.

 
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